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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Geheimnis um "Truhendinger Krapfen" gelüftet - durch Parzival Weltruhm erlangt

Neuschwamstein
Auf Schloss Neuschwanstein ist die Geschichte Parzivals auf Wandgemälden zu sehen. Der Dichter dieses Werkes der Weltliteratur war von den „Truhendinger Krapfen“ so begeistert, dass er sie in dem Werk beschrieb
„Parzival“, das berühmte Werk des Dichters Wolfram-von-Eschenbachs um einen reinen Toren, der den Gral sucht, hat Weltgeschichte geschrieben. In diesem Werk, das im 13. Jahrhundert entstand, findet sich auch ein erster Hinweis auf Wassertrüdingen: Der Dichter erzählt von einer „Truhendinger Pfanne“ mit schmackhaften Krapfen. Das Geheimnis um diese Krapfen hat der Heimatforscher Hans Mödlhammer aus Ansbach jetzt gelüftet. Laut Mödlhammer ist in Parzival von einem Backwerk, eben dem Krapfen, und von einem Gerät, einer Pfanne die Rede. Mödlhammer meint, der Verweis auf „Truhendingen“ sei ein Hinweis auf eine in der Nähe der Heimat Wolframs gelegene Siedlung, der heutigen Stadt Wassertrüdingen. Sind die Krapfen aus dem Parzival mit den heutigen Faschingskrapfen zu vergleichen? Mödlhammer ist auf eine Quelle aus dem Jahre 1833 gestoßen, wonach die „Krapfen als Leckerbissen des Landvolkes noch zu dieser Stunde“ berühmt seien, „bestehend aus gewürzten und versüßten Eierkuchen, auf eisernem Blech gebacken, dann ins Kreuz verschnitten und in Fleischbrühe oder Milchrahm aufgekocht“. Mödlhammer forschte nach, ob die Krapfen, wie sie 1833 bereitet wurden, noch den Krapfen entsprachen, wie sie im 13. Jahrhundert gefertigt wurden. Ein Würzburger Kaufmann mit Namen „Michael von Leone“ hat um 1350 mittelalterliche Kochrezepte niedergeschrieben, und es findet sich auch ein Krapfenrezept darin. Mödlhammer fiel bei seinen Forschungen auf, dass der Grundstoff des Krapfens (Hefeteig oder Brandteig) offensichtlich nicht so wichtig war wie die Zutaten, die da waren Nüsse, Äpfel, und Gewürze. Zudem sei nach anderen Quellen ein Krapfen mit Obstfüllung im Mittelalter gerade zur Fastenzeit ganz besonders beliebt gewesen. Wassertrüdingens Heimatforscher Friedrich Loehrl ist noch auf eine weitere Geschichte gestoßen, die von dem besonders guten Geschmack der Wassertrüdinger Krapfen berichtet – Schwabacher Seminaristen beneideten die Wassertrüdinger Seminaristen immer ob ihrer wohlschmeckenden Krapfen, die ihnen die Eltern mitgaben. Aus welcher Zeit diese Feststellung stammt, ist jedoch nicht hinterlegt. Mödlhammer vermag sich auch nach gründlicher Forschung nicht festzulegen, ob die „Truhendinger Krapfen“ aus dem Parzival eher den heutigen Faschingskrapfen entsprechen oder ob es sich um runde Hefeklöße handelt, wie sie im süddeutschen Raum heute noch üblich sind. Mödlhammer wagt aber zu behaupten zu wissen, wie Wolfram von Eschenbach die „Truhendinger Krapfen“ kennen und lieben lernte: Der Krapfen sei im Heimatkreis des Dichters eine beliebte Speise des einfachen Landvolks und des niederen Adels gewesen. Vermutlich habe Wolfram die Krapfen bei seinen Besuchen auf Burg Hohentrüdingen, dem Sitz der Grafen von Truhendingen, kennen gelernt. Und dieses schmackhafte Erlebnis habe den „Truhendinger Krapfen“ zu Weltruhm verholfen.

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