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Hagen von Tronje als Schlüsselfigur

Neueste Geschichtsforschung - die legendären Nibelungen reisten durch Wassertrüdingen und Auhausen

Auhausen
Am Evangelischen Bildungszentrum und in der Klosterkirche Auhausen (unser Bild) ging man jetzt der Geschichte der Nibelungen auf die Spur

Hagen von Tronje soll bei Worms den Nibelungenschatz im Rhein versenkt haben. Kreisheimatpfleger Erich Bäcker (Landkreis Donau-Ries) ist jetzt bei seinen Forschungen auf eine hochinteressante Spur gestoßen: Die legendären Nibelungen reisten auf ihrem Weg zum Hunnenkönig entlang der Wörnitz, und kamen somit auch nach Wassertrüdingen und Auhausen. Die für Sommer 2008 geplante Inszenierung der „Nibelungen" nach Friedrich Hebbel anlässlich der Kreuzgangspiele Feuchtwangen erhält damit einen hochaktuellen historischen Bezug in der Region. Bäcker ist sich nach langen Forschungen sicher: Bei Donauwörth liegt die Stelle, an der nach dem Nibelungenlied die Nibelungen die Donau überquerten. Das Nibelungenlied, um das Jahr 1200 aufgezeichnet, gilt als urdeutsches Drama mit allen Facetten und wahren Inhalten, es erzählt von Helden und Versagern, von Siegen und Niederlagen, von Freundschaften und Verrat, von Liebe und Eifersucht, von Mord und Totschlag sowie unendlichem seelischen Schmerz. Richard Wagner hat dem Nibelungenlied vier Opern gewidmet (Das Rheingold, Siegfried, Die Walküre, und Götterdämmerung), Friedrich Hebbels „Nibelungen", an deren Inszenierung sich die Feuchtwanger in diesem Jahr wagen, gilt als dramatische Umsetzung des „Deutschesten aller Deutscher Stoffe". Hagen von Tronje ist im Nibelungenlied eine Schlüsselfigur, ja eine tragische Figur, die vor Loyalität und Treue zur Obrigkeit, gewürzt mit Gerissenheit und Verschlagenheit, zum feigen Mörder wird - für viele Beobachter ein Sinnbild der Deutschen im Zeitalter des Nationalsozialismus. Hagen von Tronje soll es nach den Forschungen Bäckers auch gewesen sein, der die Nibelungen entlang der Wörnitz, über Wassertrüdingen, Auhausen, Rudelstetten, Heroldingen und Wörnitzstein bis nach Donauwörth führte, den er kannte sich hier aus. In zwölf Tagen schafften die Nibelungen die Strecke vom Rhein bis zur Donau, so Bäcker, der Weg durch den so genannten „Sualafeldgau", zu dem die Wörnitz gehörte, war beschützt durch staufische Burgen, Warten und treue Gefolgsleute (so genannte Reichsministeriale) wie die Grafen von Truhendingen, und Heinrich von Kalden (Kaisheim). Hier lebten auch zeitgenössische Dichterkollegen der Nibelungen wie Wolfram von Eschenbach und Hartmann von Aue (Auhausen). An einem schönen Brunnen - Bäcker vermutet dass dies die Quelle im Harburger Stadtteil Brünsee ist - soll Hagen von Tronje „Schwanenweiber" beim Baden vorgefunden haben, die ihm das schreckliche Ende des Zuges vorhersagten. Hagen, als rücksichtslos und impulsiv bekannt, prüfte den Wahrheitsgehalt der Vorhersage sogleich handgreiflich: Er warf bei der Überfahrt über die Donau einfach den Hofkaplan ins Wasser, dieser konnte sich ans Nordufer retten. Hebbels „Nibelungen" in Feuchtwangen erhält durch die neue Forschung jetzt einen besonderen lokalen Bezug. Die Inszenierung wird laut Intendant Johannes Reitmeier bei der Vorstellung des Spielplanes „ein Wagnis"; es handele sich um ein großartiges Stück, das in der Deutschen Theaterlandschaft derzeit eine Renaissance feiere. Allerdings müsse die „Monstrosität" der „Nibelungen" in Feuchtwangen auf das Maß einer Freilichtaufführung gebracht werden. Er hoffe auf die Neugier und die Offenheit des Publikums, so Reitmeier, er wolle mit großem künstlerischem Ernst an die Aufgabe herangehen. In dem Stück werde man sich auf die große Figuren konzentrieren wie Hagen und Krimhield, die Geschichte der Nibelungen sei auch richtig gut, habe fast „Krimi-Züge", die Figuren gingen durch alle menschlichen „Aggregatszustände", der ganze Kosmos menschlichen Daseins und Absurdität werde aufgeblättert.

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