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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Altstadtfreunde enthüllen Tafel für Prof. Dr. Hans Nathan Kohn

Kohntafel
Zahlreiche Interesssierte fanden sich zur Enthüllung der Kohn-Tafel ein

Professor Dr. Hans Nathan Kohn, im Jahr 1866 in Wassertrüdingen geboren, hat Medizingeschichte geschrieben. Noch heute hören die Medizin-Studenten in den Hörsälen von den „Cohn’schen Poren“ in der Lunge. Die Altstadtfreunde ehrten Prof. Dr. Kohn jetzt mit einer Gedenktafel am Geburtshaus am oberen Marktplatz. Dekan Hermann Rummel, Vorsitzender der Altstadtfreunde, erinnerte in seiner Ansprache an das Lebenswerk des als fünftes von sechs Kindern im so genannten „Kerkering-Haus“ geborenen Kohn. Die jüdische Familie Kohn sei wohl über 200 Jahre in der Stadt bekannt gewesen. Im 19. Jahrhundert habe die Familie in Wassertrüdingen hohes Ansehen genossen, obwohl sie Juden waren. Der Vater David Kohn sei nicht nur Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister, sondern auch Vorsitzender der jüdischen Gemeinde vor Ort gewesen. Das gute und nachbarschaftliche Miteinander sei erst durch die Hetzpropaganda der Nazis zerstört worden. Kohn habe die Bläschen in der Lunge, die so genannten Alveolarporen, entdeckt, so Rummel, diese Entdeckung habe ihm zu bleibendem Ruhm in medizinischen Fachkreisen verholfen. Kohn starb 1935 in Berlin, die ersten Jahre der Machtergreifung der Nationalsozialisten erlebte er noch mit, auch die ersten Repressalien, zumal seine Tochter einen KPD-Funktionär geheiratet hatte. Rummel dankte der Stadt Wassertrüdingen, aber auch privaten Spendern, für die finanzielle Unterstützung der Anschaffung der Tafel. Die Gedenktafel solle nicht nur an einen berühmten Wassertrüdinger, sondern auch daran erinnern, wie selbstverständlich das Zusammenleben zwischen Juden und Christen in Wassertrüdingen gewesen sei, und wie furchtbar antisemitisches Gedankengut dieses Zusammenleben unterwanderte. Rummel überbrachte die Grüße von Charlotte Knobloch, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, die aufgrund anderer terminlicher Verpflichtungen an der Enthüllung nicht teilnehmen konnte, zudem Grüße auch von Professor Michael Hortsch von der Universität Michigan (USA), der das Leben Kohns erforscht und publiziert hatte. Bürgermeister Hugo Pelczer zeigte sich in seinem Grußwort stolz darüber, dass aus Wassertrüdingen ein so berühmter Mediziner hervor gegangen sei. Gemeinsam mit Dekan Rummel enthüllte das Stadtoberhaupt dann die Tafel.

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