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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Bilanz und Vermächtnis des scheidenden Bürgermeisters Hugo Pelczer

Schlüsselübergabe
Am 1. Mai übergibt Hugo Pelczer (rechts) den Schlüssel an seinen Nachfolger Günther Babel

Drei Themenbereiche ziehen sich wie ein „Roter Faden“ durch das politische Wirken Hugo Pelczers als langjähriger Zweiter Bürgermeister und schließlich seit 4. März 2002 als 1. Bürgermeister der Stadt Wassertrüdingen: Die Altstadtsanierung ergänzt durch die Dorferneuerung, die Verbesserung der Infrastruktur im Hesselbergraum und der Kampf um die Erhaltung intakter Strukturen im ländlichen Raum. „Es gäbe noch genügend zu tun“, so das Resümee Pelczers, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidiert hatte, aber davon überzeugt ist, seine Nachfolge in gute Hände weiterzugeben: „Bei Günther Babel ist Wassertrüdingen gut aufgehoben“. Er sei ja 2002 nicht als „Newcomer“ gestartet, sondern hatte schon nahezu 24 Jahre kommunalpolitische Erfahrung als zweiter Bürgermeister hinter sich. Nach dem Tod Helmut Vogels im Oktober 2001 versah er zunächst kommissarisch das Amt des Ersten Bürgermeisters und wurde am 3. März 2002 mit einem „Spitzenergebnis“ in das Amt gewählt. Mit Elan ging Pelczer „ans Werk“. Dass dieser mit Vehemenz geführte Dauereinsatz auf Kosten der Gesundheit ging, merkte er in den letzten Jahren zunehmend. Er folgt dem Rat der Ärzte, und verzichtete auf eine erneute Kandidatur. Jetzt scheidet er mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dem Amt. Dreizehn innerörtliche Straßenprojekte hat Pelczer in seiner Amtszeit angepackt. Die Sanierung des Marktplatzes und der Bahnhofstraße waren dabei besonders auffällig. Andere Straßen sind zudem gut ausgebaut worden. Erfreulich sei vor allem, dass auch die Frankenstraße nach langem „Tauziehen“ im Einvernehmen mit den Anliegern fertig gestellt werden konnte. Drei Parkierungsanlagen wurden geschaffen, die Dorferneuerung in Geilsheim und Fürnheim auf den Weg gebracht und fortgeführt. Der Brandschutz lag Pelczer nach eigenen Worten ganz besonders am Herzen: Wassertrüdingen hat seit dem Jahr 2007 ein neues Feuerwehrzentrum, in Geilsheim ist ein Dorfgemeinschaftshaus mit integriertem Feuerwehrstandort entstanden. In diesem Jahr erhält Wassertrüdingen sogar eine Drehleiter. Den Bau der Tangenten rund um Wassertrüdingen sieht Pelczer als wichtige Investition in die Zukunft an – diese Trasse kann in ein paar Jahren der B 131 (neu) dienen, wodurch die A7 (Füssen – Würzburg) mit der A 9 (München – Nürnberg) verbunden werden wird. Eine gute Verkehrsanbindung sei ein entscheidender Standortvorteil, so Pelczer. Froh ist er, dass es in seiner Amtszeit auch gelungen sei, die Ortsumgehung von Altentrüdingen zu bekommen. Sein Wunsch sei, dass es kurzfristig auch gelänge, die Umgehung von Unterschwaningen auf den Weg zu bringen. Großen Wert habe er auch immer dem regionalen Gedanken zugemessen und ein gutes Verhältnis zu den Nachbarkommunen gepflegt, betont Pelczer. In den Schulverbänden und der Wasserversorgung sei interkommunale Zusammenarbeit unabdingbar, Pelczer nannte hier auch die Zusammenarbeit bei der Deutschland-Tour und für den Römerpark Ruffenhofen. Die Verbesserung des Radwegebaus in der Region Hesselberg müsse zügig vorangetrieben werden. Als besonders wichtig bezeichnete Pelczer, dass es gelungen sei, in Wassertrüdingen die sechsstufige Realschule zu etablieren. Die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden sei effektiv und von großem gegenseitigen Verständnis und Vertrauen geprägt gewesen. Sehr gefreut habe es ihn, dass es in gemeinsamer Anstrengung über den Staat als Baulastträger gelungen sei, die Stadtkirche in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, sowohl innen als auch außen. Sehr positiv habe sich in den letzten Jahren die Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft entwickelt. Mit Schwarzkopf und Henkel etwa fänden regelmäßige Quartalsgespräche statt, um Probleme gar nicht erst aufkommen zu lassen. Das Rathaus habe er immer als „Dienstleistungsbehörde“ verstanden, er wäre immer ein Bürgermeister für alle gewesen und habe stets ein offenes Ohr für die Probleme der Bürger gehabt. Allerdings sei in Wassertrüdingen auch einiges nicht zu seiner Zufriedenheit gelaufen, so Pelczer, der hier an das Areal eines ehemaligen Möbelhauses in der Kapellgasse erinnert, wo sich die ursprünglichen Pläne zur Errichtung einer Einrichtung für „Betreutes Wohnen“ mangels Nachfrage nicht hätten verwirklichen lassen. Zudem hätten in seiner Amtszeit drei renommierte Gaststätten in Wassertrüdingen geschlossen, zwar aus privaten Gründen, aber das habe „richtig wehgetan“. Der zunehmende Bevölkerungsschwund habe ihm großes Kopfzerbrechen bereitet. Sorgen bereite ihm auch der Bereich Tourismus – zwar gebe es, wie auch die GfK Markt- und Standortanalyse ergeben habe, vielfältige Wertschöpfungsmöglichkeiten, doch habe er das Gefühl, dass diese Erkenntnis bei der Bevölkerung, aber auch bei mancher Kommune, noch nicht angekommen sei. Die Entwicklung der Gemeindefinanzen sei insgesamt positiv, wenn auch durch die anstehenden Großprojekte „Radlerherberge“ und „Museumserweiterung“ Kredite aufgenommen werden müssen. Seinem Nachfolger im Amt wünscht Pelczer eine „glückliche Hand“: Wichtig sei es die Attraktivität Wassertrüdingens weiter zu steigern. Dies sei möglich über das neue Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt und Ortsteilzentren“. Denn: Ein Stadtumbau sei notwendig, der Marktplatz müsse mehr und mehr zum Erlebnis- und Dienstleistungszentrum werden.

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