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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Herwig Beck, Alfred Pressel, Gerhard Kunkel, Friedrich Biermeyer und Friedrich Zäh

Ansprache des Ersten Bürgermeisters zur Verabschiedung verdienter Stadträte

Verabschiedung

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wieder geht eine kommunalpolitische Legislaturperiode zu Ende und wieder gilt es, Mitglieder des Stadtrates zu verabschieden, die sich Jahrzehntelang in diesem hohen Hause für das Gemeinwohl engagiert haben und die mir persönlich, insbesondere in den vergangenen 6 Jahren eine große Hilfe und Stütze waren. Es sind dies die Kollegen Herwig Beck, Friedrich Biermeyer, Alfred Pressel, Friedrich Zäh und Gerhard Kunkel, die ich heute trotz der allgemeinen Begrüßung zu Beginn der Sitzung ausdrücklich namentlich nennen darf. Mit Ihnen grüße ich sehr herzlich ihre Ehefrauen. Es kann zwar nicht – wie vor 6 Jahren, als wir 8 bewährte Kollegen verabschiedeten – von einem Umbruch gesprochen werden. Dennoch wird der Stadtrat ab 01. Mai, also ab kommenden Donnerstag bzw. ab 5. Mai in den Führungspositionen neu besetzt sein. Denn erneut sind es die beiden Fraktionsvorsitzenden, die nach jeweils 24 erfolgreichen Jahren den kommunalpolitischen Ruhestand antreten. Und auch die langjährige Erfahrung der drei weiteren Kollegen wird hier am Sitzungstisch nicht selten vermisst werden. Wir wollen Ihnen, verehrte Kollegen, danken für die engagierte Arbeit hier im Plenum und in den verschiedenen Ausschüssen, dass Sie bereit waren, dem Allgemeinwohl zu dienen, welches zunehmend Schwierigkeiten hat, sich gegen Einzelinteressen zu behaupten. Hinzu kommt, dass die ehrenamtlichen Mandatsträger in der Regel auch noch andere ehrenamtliche Aufgaben im Interesse unserer Bürgerschaft wahrnehmen. Persönliche Belastungen auch für die Familie, Ärger, Zeitverlust und gelegentlich auch Anfeindungen sind nicht selten die Folge. Dennoch wird die Arbeit gerne getan, weil die zur Verfügung stehenden Gestaltungsmöglichkeiten auch Anreize bieten, erkennbare Verbesserungen herbeizuführen. Auch das angenehme, kollegiale Miteinander über Fraktionsgrenzen hinweg, hat unsere Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit geprägt und insgesamt wesentlich erleichtert. Herr Friedrich Zäh, unser Alterspräsident der zu Ende gehenden Legislaturperiode kann auf eine ehrenamtliche Tätigkeit über 46 lange Jahre zurückblicken. Schon 1962 fungierte er als Gemeindekassier der damals selbständigen Gemeinde Reichenbach und wurde dort 1966 zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Auch nach der Eingemeindung in die Stadt Wassertrüdingen zum 01.07.1971 blieb Friedrich Zäh der Kommunalpolitik verbunden. Seit 1972 bis heute, also insgesamt 36 Jahre wirkte er als Ortssprecher von Reichenbach und genoss hohes Vertrauen und Ansehen, welches auch dazu führte, dass er von 1978 bis 1984 gewähltes Mitglied des Stadtrates war. Zweifellos war es sein Verdienst, dass Reichenbach mit dem dortigen Feuerwehrgerätehaus einen schmucken Kommunikationstreff hat. Friedrich Zäh bekleidete über viele Jahre hinweg zahllose weitere Ehrenämter in der Feuerwehr, im Bauernverband, im Molkereiwesen, im Kirchenvorstand, beim Posaunenchor, als stv. Jagdvorsteher und Schöffe beim Landgericht Ansbach. Er war leidenschaftlicher Anwalt der landwirtschaftlichen Interessen und insbesondere ein angemessener Unterhalt der wasserführenden Gräben in der Flur war ihm ein stetes Anliegen. Die Arbeit im Stadtrat haben funktionsgemäß entscheidend geprägt die beiden Fraktionsvorsitzenden Alfred Pressel und Herwig Beck. Mit ihnen verliert das Plenum zwei starke und überaus verlässliche Persönlichkeiten. Ihre reiche kommunalpolitische Erfahrung haben sie zum Wohle der Bürgerschaft engagiert eingebracht. Seit 1984, also 24 Jahre lang fühlten sie sich im Stadtrat dem Gemeinwohl verpflichtet. Beide setzten schon mit ihren Namen eine Tradition fort, denn auch die Väter der beiden Fraktionsvorsitzenden, Herr Richard Beck als langjähriger Erster Bürgermeister und Herr Ernst Pressel als Zweiter Bürgermeister haben in Wassertrüdingen Stadtgeschichte geschrieben. Während Kollege Herwig Beck langjähriges ehrenamtliches Wirken im Sportverein (u. a. auch als erfolgreicher aktiver Leichtathlet) aufzuweisen hatte, viele Jahre lang Führungsaufgaben in der Freiwilligen Feuerwehr Wassertrüdingen wahrnahm und 31 Jahre (!) als 1. Vorsitzender des Wassertrüdinger Gesangvereins „Liederkranz“ fungierte, konnte sich Kollege Alfred Pressel insbesondere im evang. Kirchenvorstand, im Diakonieverein, im TSV Wassertrüdingen und im DFF ehrenamtlich einbringen. Im Stadtrat und insbesondere auch im Bauausschuss fanden ihre Wort-beiträge Gehör und gegenseitigen Respekt. Herwig Beck als Vorsitzender der sogenannten Mehrheitsfraktion musste gelegentlich auch darauf achten, dass die vielfältigen Meinungen und unterschiedlichen Interessenslagen in einer größeren Runde zu einem guten Ergebnis geführt werden konnten. Seine absolute Loyalität mir gegenüber hat so manche Entscheidung leichter gemacht. Dafür danke ich auch an dieser Stelle aufrichtig. Kollege Alfred Pressel hat es verstanden, sich als Vorsitzender der kleineren Fraktion, erhebliches Gewicht und Einfluss zu verschaffen. Seine Argumente waren klar und stets sachorientiert, so dass die Mehrheitsfraktion damit keine Probleme hatte. Im Bauausschuss hatte er sich als Schützer von Orts- und Landschaftsbild hohe Anerkennung erworben. Nicht minder war die Anerkennung, die dem Kollegen Friedrich Biermeyer als stv. Fraktionsvorsitzender zuteil wurde. 24 Jahre war er im Stadtrat vertreten und diente ebenso lang als Ortssprecher von Obermögersheim. Er war wertvolles Mitglied im Bauausschuss über 24 Jahre hinweg und zeigte großes Verständnis für die Belange aller Bürger. Als Vorsitzender des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Rastberggruppe über 12 Jahre hinweg brachte er sein Fachwissen und seine Autorität ein. Kollege Friedrich Biermeyer war und ist nicht nur in Obermögersheim beliebt und respektiert auf Grund seines sachorientierten, stets auf Ausgleich bedachten Handelns. Friedrich Biermeyer ist fest verankert im dörflichen Leben. Er wirkt heute noch in vielen Gruppierungen (z. B. als Sänger) aktiv mit und hat sich insbesondere als Kirchenvorsteher und als Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Obermögersheim verdient gemacht. Nicht zuletzt seiner vermittelnden Rolle in den so genannten Ausspracheabenden ist es zuzuschreiben, dass die Bürgerversammlungen in Obermögersheim stets einen disziplinierten Ablauf nehmen konnten. Schade, dass wir auch den Kollegen Gerhard Kunkel nach nur 6-jährigen Wirkens im Stadtrat verabschieden müssen. Ganze 5 Stimmen haben zur Wiederwahl gefehlt. Gerhard Kunkel war Mitglied im Kulturausschuss, im Rechnungsprüfungsausschuss und im Touristikverband Hesselberg. Als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins hatte er ehrenamtlich Verantwortung übernommen und maßgeblichen Anteil, dass politische Willensbildung vor Ort erfolgen konnte. Seine berufliche Tätigkeit als Rektor unserer Grundschule und auch seine schwere Erkrankung im Jahre 2006 zwangen ihn kommunalpolitisch kürzer zu treten. Die Mitglieder des Stadtrates hätten ihn aufgrund seiner kollegialen Art gerne weiterhin in ihren Reihen gesehen. Seiner Gesundheit wird es allerdings gut tun, ein Ehrenamt weniger zu haben. Nicht verzichten wollen wir aber weiterhin auf sein bisher gezeigtes Interesse zur Erhaltung und Belebung unserer Städtepartnerschaft mit Bellac. Alle Mitglieder des Stadtrates waren gefordert, hier in Wassertrüdingen und in den Ortsteilen. Oft mussten Bürger von der Notwendigkeit weitrei-chender Entscheidungen überzeugt werden. Der Stadtrat hatte und hat jedoch immer das Ziel vor Augen, dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen. Ihnen, liebe Kollegen, die Sie heute aus Anlass Ihres Ausscheidens aus dem Stadtrat geehrt werden, darf ich bestätigen, dass Sie sich umfassend dieser anspruchsvollen, aber auch reizvollen Aufgabe der Kommunalpolitik für Wassertrüdingen über die vielen Jahre Ihres Wirkens gewidmet haben. Kommunalpolitik erfüllt an der Nahtstelle zwischen Bürger und öffentlicher Verwaltung eine ganz wichtige Funktion im Spannungsfeld zwischen dem Wünschenswerten und dem tatsächlich Machbaren. Sie muss sich darüber hinaus immer wieder um eine demokratische Legitimation bemühen. Sich für die Interessen der Bürgerschaft zu engagieren und ein kommunales Amt über Jahre hinweg zu bekleiden, bedeutet eine oft harte und mühevolle Arbeit auf sich zu nehmen. Die Bedeutung einer solchen Arbeit wird erst richtig bewusst, wenn wir uns vergegenwärtigen, wo sich das Leben und die politische Willensbildung der Bürger tatsächlich vollzieht. In Brüssel, Berlin oder auch München mag die große Politik gemacht, mögen wichtige Rahmenbedingungen gesetzt werden. Das meiste von dem, was für die Bürger im Alltag tatsächlich entscheidend und unmittelbar erfahrbar ist, spielt sich nach wie vor auf der unteren kommunalen Ebene ab. Darum ist es in erster Linie auch die Kommunalpolitik, die maßgeblich unsere Lebensqualität bestimmt. Nirgendwo sonst sind die konkreten Auswirkungen von Entscheidungen so unmittelbar erfahrbar wie auf der kommunalen Ebene. Nirgendwo sonst findet sich eine solche Nähe zwischen Bürgern und politisch Verantwortlichen wie in den Gemeinden. Hier hat der Einzelne auch mehr Möglichkeiten, ganz konkret Einfluss zu nehmen auf die ihn betreffenden Entscheidungen und die Gestaltung seines unmittelbaren Lebensumfeldes. Hier entscheidet es sich, ob Vereine, Verbände und Gruppierungen auch in Zukunft genug Potential zur Lösung ihrer vielfältigen Aufgaben haben werden, in dem sich Menschen dort engagieren oder auch nicht. Sie liebe Kollegen, die Sie heute verabschiedet werden, haben sich eingebracht in vielen langen Sitzungen, in denen oft genug auch sehr kontrovers diskutiert wurde, bei vielen Gesprächen mit dem Bürger, oft genug auch in der Funktion einer Klagemauer oder eines Blitzableiters und bei der Umsetzung vieler kommunaler Projekte. Sie waren engagierte, verantwortungsbewusste und gute Repräsentanten unserer Bürgerschaft. Sie haben sich weit über das übliche Maß hinaus für die Mitbürger eingesetzt und haben oft Ihre persönlichen Interessen oder die Bedürfnisse Ihrer Familie hintangestellt. Dieser Einsatz konnte natürlich nur erbracht werden, weil die Familien, insbesondere die Ehefrauen viel Verständnis aufgebracht und Belastungen mitgetragen haben. Ich darf deshalb auch Ihren Familien und den Ehegattinnen den Dank abstatten. Nehmen Sie, verehrte Damen, Dank und Anerkennung entgegen dafür, dass Sie viel Verzicht auf sich genommen haben, damit Ihr Ehegatte für die Stadt Sorge tragen konnte. Mir obliegt es nun, liebe Kollegen, die Sie aus dem Stadtrat ausscheiden, den Dank der Stadt Wassertrüdingen auszudrücken. Sie selbst wissen am Besten, dass eine ehrenamtliche Arbeit mit Reichtümern nicht belohnt werden kann. Möglich sind nur kleine symbolische Zeichen der Dankbarkeit für eine großartige Leistung, die Sie für unsere, für Ihre Stadt, für unser kommunales Gemeinwesen erbracht haben. Herausragende Entscheidungen in der zu Ende gehenden Legislaturperiode, die für eine gute künftige Entwicklung der Stadt und der Ortsteile maßgeblich sein werden, waren neben dem Ausbau einer Reihe von innerörtlichen Straßen, der Tangentenbau, die Fortsetzung der Altstadtsanierung mit Marktplatz und Sauergasse, die Dorferneuerungsmaßnahmen in Fürnheim und Geilsheim, der Bau unserer Feuerwehrgerätehäuser in Wassertrüdingen und Geilsheim sowie die Unterstützung bei der staatlichen Baumaßnahme „Ortsumfahrung von Altentrüdingen“, dem Erweiterungsbau der Staatlichen Realschule, der Sanierung des Senioren- und Pflegeheims durch den Landkreis Ansbach sowie dem Ausbau der Kreisstraße AN 47. Das kommunalpolitische Leben in Wassertrüdingen muss und wird weitergehen, auch dann wenn erfahrende Kollegen nicht mehr dabei sein werden. Ich darf Ihnen für den kommunalpolitischen Ruhestand bestmögliche Gesundheit und noch viele, viele schöne Jahre wünschen. Ich hoffe und wünsche, dass Sie im Kreise Ihrer Familie noch angenehme Jahrzehnte verleben dürfen. Sie dürfen auf eine erfüllte Zeit zurücksehen. Und wenn Sie Interesse oder Lust verspüren sollten auf Kommunalpolitik, so blicken Sie – vielleicht auch als Mitglied des Altratsherrenclub – mit Gelassenheit auf die Arbeit, die der neu gewählte Stadtrat fortführen wird und der Sie sich in den zurückliegenden Jahren auch gerne verschrieben hatten. Vielen Dank und alles Gute für die weitere Zukunft. Meinem Nachfolger in der Funktion eines hauptamtlichen Bürgermeisters, dem bisherigen Zweiten Bürgermeister und MdL Günther Babel, wünsche ich von Herzen viel Freude, Erfolg und eine glückliche Hand. Ich bin überzeugt, dass er unsere bisherige Arbeit in bewährter Weise fortsetzen wird. Für seine Arbeit als mein bisheriger Stellvertreter danke ich aufrichtig.

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