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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Es brennt im ländlichen Raum - Strukturwandel bereitet Kopfzerbrechen

Strukturwandel bereitet Kopfzerbrechen

Es „brennt“ in den Städten und Dörfern rund um den Hesselberg, der Strukturwandel verändert die Kommunen gewaltig; es gelte rechtzeitig Rezepte und neue Ideen zu finden, um den Trend, der zu sterbenden Innenbereichen und leeren Gebäuden gehe, zu stoppen, so das Resümee einer Diskussionsrunde von Bürgermeister Hugo Pelczer (Wassertrüdingen) mit Kirchenvertretern und Theologie-Studierenden aus ganz Deutschland und aus den Vereinigten Staaten, die sich derzeit im Evangelischen Bildungszentrum Hesselberg aufhalten. Man habe sich Hugo Pelczer als Gesprächspartner ausgesucht, weil er als bayrischer Bürgermeister sich wie kaum ein anderer mit den Problemen des Strukturwandels im ländlichen Raum befasse, so Wassertrüdingens Dekan Hermann Rummel, und der mit seiner warnenden Stimme schon bayernweit Aufmerksamkeit erlangen konnte. Zudem sei die Stadt Wassertrüdingen derzeit „dran“ am Thema, die Hesselberg-Stadt wolle sich an der Nahtstelle des Fränkischen Seenlands zum Romantischen Franken noch stärker etwa im touristischen Bereich positionieren, um die Wertschöpfung zu erhöhen und die Innenbereiche wieder zu stärken. Die Theologie-Studenten, die an verschiedenen Universitäten von Greifswald im Norden bis München im Süden studieren, erlernten laut Rummel am Hesselberg die Praxis der „Theologie im ländlichen Raum“ und die „Realitäten des Pfarrerberufes“. In diesem Jahr sei sogar ein Student aus Nebraska/USA dabei. Es sei von enormer Wichtigkeit für die künftigen Theologen, gerade die Probleme des ländlichen Raumes kennen zu lernen. Pelczer betonte in seinem Referat, daß der Trend „raus auf die grüne Wiese“ die Innenbereiche über Jahrzehnte hinweg nachhaltig geschwächt hätte, der demografische Schrumpfungsprozeß und die Landflucht hätten ihr übriges getan. Die Innenbereiche gerade in Städten müssten wieder mit „Dienstleistung“ gefüllt werden, allerdings müsse diese Dienstleistung auch nachgefragt werden. Jede Kommune müsse Ideen und Konzepte entwickeln, um dem Negativtrend zu begegnen. Glücklicherweise sei im ländlichen Raum – im Gegensatz zu den Großstädten – das ehrenamtliche Engagement noch sehr hoch, was das Weiterbestehen gewisser sozialer Strukturen weiter garantiere. Im ländlichen Raum, gerade in Bayern, sei auch noch ein gutes Einvernehmen zwischen Kirchengemeinde und politischer Gemeinde vorhanden, was die Trägerschaft vieler Einrichtungen wie etwa Kindergärten und Seniorenheime oftmals erleichtere. Dennoch stünden die Zeichen auf Sturm, die Zeiten stetigen Wachstums im Hinblick auf Bevölkerung und Arbeitsplätze seien im ländlichen Raum endgültig vorbei; freilich berge rund um den Hesselberg gerade der Tourismus noch eine Entwicklungschancen, so Pelczer. Die Politik müsse sich verändern, so Pelczer abschließend, und die Bürger mit ins Boot holen um den Negativtrend zu stoppen. Dazu gehöre unter anderem die Dorferneuerung wieder zu stärken, die Pendler nicht zu sehr zu knebeln, und die kommunale Weiterentwicklung zu forcieren. Von Seiten der Kirche nahmen an der Diskussion neben Dekan Hermann Rummel Pfarrer Bernd Reuther, Pfarrer Niekel (Weiltingen) und Dr. Christian Eyselein von der Augustana-Hochschule Neuendettelsau teil.

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