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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Landflucht und abwandernde Jugend - es "brennt" am Fuß des Hesselbergs

Häuserfront

"Wir schieben die Jugendlichen aus der Region heraus, weil wir ihnen nichts zu bieten haben." Vor allem der südliche Teil der Region Hesselberg werde, was Einwohnerverluste betrifft, mehr und mehr zum Problemfall, es gelte diesem negativen Trend in Geschlossenheit zu begegnen, so Prof. Otmar Seibert von der FH Weihenstephan-Triesdorf jetzt auf einer Arbeitstagung der Projektgruppe Tourismus, Landwirtschaft und Wirtschaft der Entwicklungsgesellschaft Region Hesselberg. Gemeinsam von unten heraus müsse man übergreifende Projekte entwickeln, sagte Alfons Brandl, Bürgermeister von Herrieden und Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft in seinem Grußwort. Gute Standortfaktoren seien in Gemeinsamkeit zu schaffen, um die Region lebenswert und überlebensfähig zu gestalten. Prof. Seibert sagte, man habe wenig Zeit, denn bis Herbst müsse das „Regionale Entwicklungskonzept“ für die ELER-Förderphase der EU stehen, um an diese Fördergelder zu kommen. Es gelte anvisierte Projekte jetzt nicht nur, wie wiederholt geschehen, wiederum vorzuschlagen, zu selektieren, zu beschreiben und in eine Rangfolge bringen, sondern sie endlich auch umzusetzen. Die Bevölkerung habe – so das Ergebnis einer Umfrage – deutlich gefordert endlich in die Projektumsetzung zu gehen, und nicht wie in den vergangenen Jahren nur den Prozess der Projektentwicklung immer wieder darzustellen, so Prof. Seibert deutlich. Es sei auch wenig sinnvoll, in der Öffentlichkeit mit über 100 Projekten zu prahlen, die man in der Schublade habe, wenn dann nur wenige tatsächlich umgesetzt würden. Dringenden Handlungsbedarf sieht man im Arbeitskreis neben der "Landflucht" in mangelnden Angeboten für die Jugend, in mangelnder Kommunikation untereinander, in einer fehlenden Vermarktung der Region etwa durch ein regionübergreifendes Tourismuskonzept und in Versorgungsdefiziten. Neue Module der Kommunikation zwischen Schule und Wirtschaft sollen gefunden werden, so hieß es zum Thema Wirtschaft, und eine Imagekampagne für die regionale Wirtschaft in Zusammenarbeit mit regionalen Tageszeitungen sollte gestartet werden. Zudem müße versucht werden, Abwanderer aus der Region, die "außen" Erfolg hatten, wieder in die Region zurückzuholen. Dazu müße die Region aber attraktiver gestaltet werden, sie müße "nach außen strahlen", so hieß es. Ohne qualifizierte Arbeitsplätze und ein lebenswertes Umfeld komme keiner an den Fuß des Hesselbergs zurück. Im Bereich "Landwirtschaft" soll versucht werden, neue Märkte für Landwirte zu generieren, sie etwa in übergreifende Themenwege wie den "Limeswanderweg" zu integrieren. Kritisiert wurde, daß viele Bauernhöfe ein schlechtes Bild nach außen abgäben, viele Höfe machten einen unaufgeräumten und unordentlichen Eindruck. Das schrecke Urlauber und Kunden von Erzeugnissen des Bauernhofes ab. Einen breiten Raum nahm das Handlungsfeld "Tourismus" ein. Im touristischen Bereich sei in den letzten Jahren so gut wie nichts passiert, so das Resümee Prof. Seiberts. Man habe den Eindruck, es gehe eher zurück, die Entwicklung der Übernachtungszahlen sei katastrophal, mehr und mehr Gasthäuser und Hotels stünden leer. Seibert forderte die Aufstellung eines regionübergreifendes Tourismuskonzepts ein. Regina Bremm vom Gebietsausschuss Romantisches Franken stellte fest, daß das beste Konzept nichts helfe, wenn zu wenig Qualitätsbetriebe vorhanden seien, für die geworben werden könnte. Und das müße man für den Hesselbergraum einfach feststellen. Dies gelte sowohl für den gehobenen Hotellerie- und Gastronomiebereich, als auch für Freizeiteinrichtungen, sei vermarktbare Qualität vorhanden, könnte die Region Hesselberg eine Menge an Wertschöpfung etwa aus dem Fränkischen Seenland herüberziehen. Kritisiert wurde, daß es der Gipfel des Hesselberg touristisch und gastronomisch bisher noch zu wenig genutzt werde. Um die Wertschöpfung zu erhöhen, müsse sogar darüber nachgedacht werden, den Landschaftsschutz am Hesselberg etwas zurückzufahren um touristische Wertschöpfungsmöglichkeiten zu erhöhen.

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