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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Der Eichenprozessionsspinner hat den Raum Hesselberg erreicht - Warnung vor Gesundheitsgefahren

Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner neigt besonders in Trockenjahren zur Massenvermehrung und hat jetzt auch das Stadtgebiet Wassertrüdingen erreicht. Der zuständige Revierförster Hermann Ixmeier warnt vor Berührungen; diese könnten erhebliche allergische Reaktionen auslösen.


Der harmlose Falter fliegt laut Ixmeier nachts in der Zeit von Ende Juli bis September. Anfang Mai schlüpfen die Raupen, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Entwicklungsstadien durchlaufen. Tagsüber ziehen sich die Raupen in mit Kot und Larvenhäuten gefüllte Gespinstnester zurück. Diese Nester hängen laut Ixmeier jetzt am Stamm bzw. an Astgabeln und können bis zu einem Meter lang werden. Abends wandern sie in einer „Prozession“ in die Kronen und fressen die austreibenden Blätter, wobei oft nur die Blattmittelrippen stehen bleiben. Ab dem 3. Larvenstadium wachsen der Raupe laut Ixmeier sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei Wind sehr weit getragen werden können. Ihre Nester aus Spinnfäden, Raupenkot, Häutungsresten und Puppenhülsen können mehrere Jahre als feste Gebilde bestehen bleiben. Bei Menschen besteht bei Berührung die Gefahr einer allergischen Reaktion, auch alte Gespinstnester stellen laut Ixmeier eine anhaltende Gefahrenquelle dar. Die Raupenhaare reichern sich über mehrere Jahre in der Umgebung, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs an. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührung stets neue allergische Reaktionen aus. Lokale Hautauschläge, punktuelle Hautrötungen, leichte Schwellungen, starker Juckreiz und Brennen; Quaddeln am ganzen Körper, Reizungen an Mund- und Nasenschleimhäuten (bis hin zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma) seien Symptome der Kontakte mit Raupenhaaren. Der Förster warnt daher davor, die Raupen und Gespinste zu berühren. Ein sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren wird empfohlen, bei Wald-/Holzarbeiten sollte keine „Sommerbekleidung“ wie T-Shirts getragen werden, sondern langärmelige Hemden, lange Hosen, Handschuhe. Bei Bekämpfung des Tieres sollte ein „Einwegoverall“ getragen. Ixmeier empfiehlt, derzeit so weit möglich, auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind, und die Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchführen zu lassen. Als direkte Maßnahme sei das vorsichtige Abflammen mit Gasbrenner möglich. Bei Kontakt habe sich das Einreiben und Abwischen mit „Eiklar“ (zum Einlegen und haltbar machen von Eiern) bewährt.

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