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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Die Ludwig-Maximilians-Universität München forscht am Hesselberg - einzigartiges Geotop im Westen Bayerns

Forscher

Der Hesselberg als einzigartiger Zeugenberg im Westen Bayerns ist in das wissenschaftliche Interesse der Ludwigs-Maximilians-Universität München (LMU) gerückt. Die LMU will nähere Aufschlüsse über das Gesteinsprofil zu erhalten, wie Philipe Havlik von der wissenschaftlichen Gruppe jetzt mitteilt. An der Westflanke des Hesselbergs befinde sich ein aufgelassener Steinbruch, in dessen Gelände der Beginn des Geologischen Lehrpfades gesetzt wurde, so Havlik. Die Gesteinsformationen im Aufschluß seien rund 180 Millionen Jahre alt und entstammten dem Jurameer, einem weiträumigen, subtropischen Flachmeer, das sich seiner Zeit über ganz Süddeutschland erstreckte. Die Gesteinsschichten dieser Zeit gäben seit Jahrhunderten zahlreiche Saurierfunde preis (Fischsaurier, Schlangenhalssaurier, Krokodile und Flugsaurier). Die weltweit einmalige Erhaltung der Funde, etwa aus Holzmaden, Dotternhausen, Mistelgau oder vom Kloster Banz, führte dazu, daß diese Formation, die Posidonienschiefer-Formation, im Zentrum Geologischer Forschungstätigkeit in Süddeutschland lag und immer noch liegt. Der Aufschluß am Hesselberg sei die einzige Verbindung zwischen dem Schwäbischen und dem Fränkischen Jura, und erlangte daher die Aufmerksamkeit eines Projektes, welches seit 2002 versucht, mit modernen Methoden ein Bild des Jurameeres vor über 180 Millionen Jahren zu erhalten. Aus diesem Zwecke wurden laut Havlik in den vergangenen Jahren genaue, weiträumige Untersuchungen im Landkreis Göppingen, sowie im Landkreis Bayreuth gemacht, und es wurden zahlreiche Grabungskampagnen am Fischsaurierfriedhof Eislingen durchgeführt, welche unzählige Wirbeltierfunde aus diesen Schichten lieferten.


Die Untersuchungen am Hesselberg, die in den nächsten Monaten stattfinden werden, werden  von der LMU koordiniert und von einem Mitarbeiter im Zuge seiner Diplomkartierung durchgeführt. Für ein genaues Bild des Jurameeres werden im Rahmen einer Abschlußarbeit sämtliche Aufschlüsse in der weiteren Umgebung des Hesselbergs untersucht. Herzstück der Arbeit sei der hervorragende Schurf am Hesselberg, so Havlik. Obwohl das Gesteinsprofil seit Jahrzehnten bekannt sei, wurde im Jahr 1943 bisher lediglich eine unvollständige Beschreibung der Gesteinsabfolge angefertigt. Laut Havlik hätten sich die Methoden der Geowissenschaften in den vergangenen 70 Jahren stark verändert, so daß es längst überfällig gewesen sei, entsprechende Untersuchungen in diesem Gebiet anzustellen.


Daher habe man beschlossen, eine umfangreiche Profilaufnahme durchzuführen, und dieses Profil wissenschaftlich aufzuarbeiten. Eine derartige Untersuchung des einzigartigen Aufschlusses sei bis heute nicht erfolgt. Hierzu wird eine Fläche von ca. einem Quadratmeter zentimeterweise auf eine Tiefe von voraussichtlich 6 m von Hand abgegraben, und es werden sämtliche Fossilfunde dokumentiert. Hiervon erwartet sich die Wissenschaft neue Erkenntnisse über die Meeresverbindung zwischen Schwaben und Franken, nebst einer zu erwartenden Fülle an Fossilfunden. Es bestehe sogar die Möglichkeit, im Zuge der Untersuchungen die Überreste von Fischsauriern zu entdecken, wie sie von Lesefunden rund um den Hesselberg durchaus bekannt seien. Die Grabung erfolge in enger Absprache mit dem Landkreis Ansbach und der Gemeinde Wittelshofen.

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