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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Geschichte

Ein Streifzug durch die Wassertrüdinger Geschichte
Stadtkirche

Wassertrüdingen ist eine Stadt, deren Eintritt in die Geschichte erst sehr spät durch Urkunden belegt wurde. Angesichts der Tatsache, daß der Ort nur 7 km hinter dem Limes, dem Grenzwall des römischen Reiches liegt, ist nicht auszuschließen, daß bereits zu jener Zeit erste Siedler hier lebten.

Gegründet wurde Wassertrüdingen vermutlich im 11. Jahrhundert. Wie viele Städte aus jener Zeit, stand auch Wassertrüdingen unter wechselnden Herrschaftsverhältnissen. So gehörte die Stadt im Jahre 1242 den benachbarten Grafen von Oettingen. Aus dieser Zeit stammt die erste urkundliche Erwähnung. Entweder kam die Grafschaft Wassertrüdingen durch Heirat an Oettingen oder wurde von Oettingen auf Grund einer hohen Verschuldung übernommen. Sie bauten die „Veste von Wassertrüdingen“ zu ihrem Hauptverwaltungssitz aus. 1317 gaben sie die Stadt als Lehen an den Bischof von Eichstätt. 1362 ging Wassertrüdingen wieder in das unbeschränkte Eigentum der Grafen von Oettingen über. Sie behielten die Stadt jedoch nur bis 1366 als Eigentum, danach verkauften sie Stadt und Burg Wassertrüdingen an Georg von Hohenlohe. Aus diesem Jahr stammt eine erste urkundliche Erwähnung aus der Tauschurkunde zwischen Graf Ludwig dem Jüngeren und dem Bischof Berthold von Eichstätt. 1366 bis 1371 war Wassertrüdingen dann im Besitz der Grafen von Hohenlohe. Aus dessen Besitz geriet Wassertrüdingen 1371 für 33.000 Pfund Heller an den Burggrafen Friedrich von Nürnberg. Später ging die Stadt an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Aus dem Jahre 1387 gibt es eine Urkunde, die das offizielle Stadtsiegel trägt. 1388 kam es zum ersten Stadtbrand durch die Dinkelsbühler (nicht belegt). Nur die romanische Stadtkirche blieb verschont.

 

Das Jahr 1525 brachte mit den Bauernkriegen Unruhen in die Stadt. Mit Hilfe des Wassertrüdinger Torwächters, gelang es den Bauern, in die Stadt einzudringen. Da die Bürger Wassertrüdingens der Bauernsache von Anfang an wohlgesonnen gegenüberstanden, blieb die Stadt vor Schäden bewahrt. Markgraf Casimir aus Ansbach stellte die alte Ordnung bald wieder her. 1536 schloß sich nach einigem Hin und Her der Ort der Reformationsbewegung an. Im 30-jährigen Krieg erlitt die Stadt so großen Schaden, daß sie sich selbst 150 Jahre später noch nicht ganz davon erholt hatte. Der schlimmste Tag in diesem Kriege war der 24. August 1634: Kaiserliche Truppen verübten schreckliche Grausamkeiten unter der Einwohnerschaft und brannten die Stadt schließlich nieder. Nur wenige Häuser blieben von den Flammen verschont. Rathaus und Dekanat mit sämtlichen Akten und Aufzeichnungen wurden ein Raub der Flammen. Der Wiederaufbau der Stadt ging nur langsam voran. Ab 1670 entstanden eine Notkirche, ein Rathaus, das Dekanat und ein kleines, notdürftiges Schulhaus. Erst 1740 konnte der Neubau der heutigen Stadtkirche unter dem in Wassertrüdingen geborenen, im Dienste des Markgrafen von Ansbach stehenden Baumeisters Johann David Steingruber, vollendet werden. Der letzte Markgraf Friedrich Carl Alexander trat 1791 sein Markgrafentum und damit auch Wassertrüdingen an König Wilhelm II. von Preußen ab.

 

 

Grossansicht in neuem Fenster: Törle

Bereits 1806 wurde Wassertrüdingen in das von Napoleon unterstützte Königreich Bayern aufgenommen. Die Napoleonischen Kriege brachten der Stadt durch Truppendurchzüge und Einquartierungen große Ausgaben und Kriegsschulden.

 

Am 30. September 1849 wurde Wassertrüdingen Bahnstation. Damit lag die Stadt an der damals einzigen Nord-Süd-Verbindung zwischen Hof und Lindau, der "König-Ludwig-Nord-Süd-Bahn".

 

1850 entstand das heutige Rathaus, ein stattlicher Sandsteinbau, bei dem viele Ideen des hellenistisch orientierten Königs Ludwig I. von Bayern aufgenommen wurden.14 Jahre später wurde die Schranne errichtet, in der über viele Jahre die städtische Sparkasse untergebracht war. 1865 erhielt Wassertrüdingen eine Präparandenschule. Diese war zunächst in der neu erbauten Schranne und ab 1905 in einem eigenen Schulgebäude untergebracht. Als die Schule 1924 aufgelöst wurde, bezog die Volksschule die leer stehenden Räume. Heute ist die ehemalige Präperandenschule ein Kulturzentrum.

 

Im ersten Weltkrieg blieb die Stadt von Zerstörungen verschont. Im 2. Weltkrieg aber wurde das Bahnhofsviertel noch in den letzten Kriegswochen von einem schweren Fliegerangriff betroffen. Die angerichteten Schäden sind längst behoben. Die Niederlassung des heute weltweit bekannten Schwarzkopf-Werkes und der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegsjahre brachte auch für Wassertrüdingen eine positive Entwicklung. Viele Heimatvertriebene, die als Folge der deutschen Gebietsverluste in die Stadt und ihre Umgebung gekommen waren, fanden Arbeit und ein neues Zuhause.

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